Der Kampf geht weiter!

Ein arbeitsreiches Jahr mit vielen Erfolgen, aber auch mit vielen Ernüchterungen liegt hinter uns, liebe Leserinnen und Leser. Wir haben 2005 mehr als 350 Mitglieder mit vereinten Kräften aus dem Schuldensumpf ziehen können und ihnen wieder eine Perspektive für die Zukunft eröffnet. Das ist zweifellos als großer Erfolg zu werten.

Wenn ich aber die Anzahl neuer Mitglieder sehe, die Monat für Monat im VfE aufgenommen werden, stelle ich mir manchmal doch die bange Frage, ob wir es jemals schaffen werden, all das Leid, die Not, die menschliche Tragik zu lindern und diesen Verzweifelten wie der eine Grundlage zu verschaffen.

Es kommt mir vor, als würden gleichzeitig mit unseren Bemühungen, zu helfen und zu retten, jene noch aktiver, die dafür sorgen, dass anständige Menschen, die an das Gute im anderen glauben, ins wirtschaftliche Desaster
stürzen.

Wir haben bereits vor Jahren die Konsequenzen aus dieser rapiden Zunahme an Geschädigten gezogen und unsere Geschäftsstelle erweitert, den Personalbestand erheblich aufgestockt, und auch die Ausstattung unserer Büro verbessert.

Aber Größe allein ist kein Maßstab. Wichtig ist die Effektivität unserer Arbeit. Und diese ist gegeben, wie man anhand der erfolgreich abgewickelten Fälle mühelos feststellen kann. Wichtig aber ist auch, dass wir flexibel blei- ben und aus dem Stand reagieren können.

Der Verein für Existenzsicherung wird im Frühjahr 2006 bereits 19 Jahre alt. Längst ist er den Kinderschuhen entwachsen. Landauf landab wird er als Gesprächs- und Verhandlungspartner akzeptiert. Denn wir haben stets darauf geachtet, seriös zu bleiben und auf keinen Fall mit gezinkten Karten zu spielen. Das hat sich bewährt. – Wir haben aber auch immer darauf Wert gelegt, keine leeren Versprechungen zu machen. Dazu stehen wir weiterhin. Wir werden auch im neuen Jahr unsere Kraft in die oft mühsame Kleinarbeit investieren, die tagtäglich bergeweise an uns herangetragen wird. Und wir werden auch weiterhin keine leeren Drohungen ausstoßen, sondern auch umsetzen, was wir anküdigen. Niemand schätzt und fürchtet diese Tugend gleichzeitig mehr als die Bänker, die mit uns zu tun haben. Aber weil sie wis- sen, dass wir nicht nur reden, sondern auch entsprechend handeln, können sie uns und unser Tun auch richtig einschätzen. Das wiederum ist für sie eine verlässliche Linie.

Wir haben keine Geheimrezepte und keine Wunderwaffen. Und wir können als Verein, der weder Rechts- noch Steuerberatung betreibt, die Arbeit für unsere Mitglieder auch nicht selbst und nicht alleine machen. Wir bieten viel- mehr Hilfe zur Selbsthilfe und stehen mit unserem Wissen und unserer Erfah- rung parat. Entscheiden müssen Sie selbst, wenn Sie über alle Fakten Bescheid wissen. Deshalb auch hier wieder mein Aufruf: Bleiben Sie aktiv! Und helfen wir uns so gegenseitig.

Für die Bänker und Vermittler, für die eifrigen „Moneymaker“ und Finanzierer haben wir uns zum Jahr 2006 schon wieder gewappnet. Und deshalb verspreche ich hier auch allen, es wird ein heißes Jahr! Nicht nur für unsere Bänker, die uns besonders am Herzen liegen, auch für die Vermittler, Notare und …

Ihr Johann Tillich

Share