Die Grundsicherung bei Hartz IV

Im Jahr 2016 waren knapp 8 Millionen Menschen – und damit durchschnittlich jeder Zehnte – in Deutschland auf Sozialleistungen vom Staat angewiesen. Auch ab 2018 sollen die Regelsätze für die Grundsicherung wieder steigen. Das Wichtigste, das Sie dazu wissen sollten, erfahren Sie in folgendem Artikel. – Laura Gosemann

Arbeitsuchende haben hierzulande einen Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung, wenn sie zum einen erwerbsfähig und hilfebedürftig sind, und sich zum anderen zwischen 15 Jahren und dem Renteneintrittsalter befinden. Des Weiteren muss der gewöhnliche Aufenthaltsort des Arbeitslosen in Deutschland sein. Nichterwerbsfähige Personen, die jedoch mit erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in einer Bedarfsgemeinschaft zusammenleben, können dagegen Sozialgeld beantragen.
Als erwerbsfähig gelten Personen dann, wenn sie unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich arbeiten können.
Wie hoch fällt die Grundsicherung aus?

Das Arbeitslosengeld II umfasst in erster Linie den Regelbedarf zur Grundsicherung. Es kommen aber noch der Bedarf für Unterkunft und Heizung sowie etwaige Mehrbedarfe – zum Beispiel für Schwangere oder Erwerbsfähige mit einer Behinderung – hinzu. Somit erhält jeder Leistungsberechtigte einen individuellen Hartz-IV-Satz.

In erster Linie richtet sich die Höhe der beziehenden Leistungen nach dem Alter und den Lebensumständen des Arbeitsuchenden. Daraus ergeben sich sechs Regelbedarfsstufen:
Regel-bedarfsstufe Leistungsberechtigte Neue Regelsätze ab 1.1.2018
1 Alleinstehende, Alleinerziehende Personen 416 Euro
2 Zusammenlebende Partner, für jeden der beiden Partner 374 Euro
3 Erwachsene Personen, die keinen eigenen Haushalt führen, weil sie im Haushalt anderer Personen leben 332 Euro
4 Jugendliche vom Beginn des 15. bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres 316 Euro
5 Kinder vom Beginn des 7. bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres 296 Euro
6 Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres 240 Euro

Neue Regelsätze ab 2018
Wie bereits erwähnt, werden ab dem 1. Januar 2018 die Regelsätze für die Grundsicherung erneut angehoben. Seit der Einführung der Sozialleistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II und dem SGB XII im Jahr 2005 erhöhten sie sich beinahe im regelmäßigen Jahresabstand, indem der gleichzeitige Anstieg von Preisen und Gehältern berücksichtigt wird. Kritiker wie die Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht merken jedoch an, dass die prozentuale Steigerung der Regelsätze unter der Preissteigerung für Lebensmittel in diesem Jahr liege.

Um die Grundsicherung für Hartz IV zu erhalten, muss ein entsprechender Antrag im zuständigen Jobcenter eingereicht werden, welches sich in dem Bezirk befindet, in dem der Arbeitsuchende gemeldet ist.

Alle Informationen zur Grundsicherung bei Hartz IV finden Sie unter www.arbeitslosenselbsthilfe.org/grundsicherung/.

Auch weitere Inhalte, z. B. zum Mehrbedarf, erhalten Sie auf dem kostenlosen Ratgeberportal www.arbeitslosenselbsthilfe.org

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