Gelbes Branchenbuch: Abzocke ohne Eigenbeteiligung

Die Methode ist plump, aber offensichtlich Einnahmeträchtig, denn das Unternehmen finanziert sich schon seit einigen Jahren auf diese Weise. Das Gelbe Branchenbuch verschickt „Korrekturabzüge“ per Mail an Selbständige, Freiberufler und kleine Unternehmen. Die Aufmachung sowie der Name ähnelt sehr dem der Gelben Seiten und verleitet ohne weitere Bedenken den Korrekturauftrag zurück zuschicken. GelbeSeiten bieten einen kleinen Eintrag kostenlos an. Und es handelt sich nicht umeinen Korrekturabzug für eine Druckvorlage, sondern lediglich für eine schlecht gemachte Homepage, die ein billiger Abklatsch von dem Original ist.

Bei Rücksendung des Korrekturabzuges folgt umgehend eine Rechnung von 1560,- €, denn die Kosten müssen für zwei Jahre im Voraus bezahlt werden, die Leistung erfolgt über zwei Jahre. Wenn hier überhaupt von Leistung geredet werden darf, denn die Seite von „Gelbes Branchenbuch“ ist langsam und oftmals nicht erreichbar. Bei der Suche nach einem Hautarzt findet das Original (Gelbe Seiten) 201 Einträge in München und der Abklatsch findet nach 17 Minuten (drei Versuchen) lediglich 0 Einträge und das bei einer schnellen DSL-Leitung. Es darf davon ausgegangen werden, dass München mehr Hautärzte hat. Auch bei der Suche nach einem Maler in München findet Gelbe Seiten binnen Sekunden 651 Einträge, beim „GelbesBranchenbuch“ habe ich nach neun Minuten die Suche aufgeben, es gab einen Abbruch und weiteres Warten.

Sollte Sie ebenfalls einen Korrekturabzug/ Eintragungsantragerhalten, so löschen Sie die Mail und erfreuen sich daran, dass Sie nicht drauf reingefallen sind.

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