Pech mit einer staatlich anerkannten Schuldnerberatungsstelle- leider kein Einzelfall!

Und dann, ohne mich davon zu informieren die ganzen Gläubiger nach etwa einem halben Jahr angefangen, an mich zurückzuverweisen.
Da ich die Gläubiger natürlich weiterhin, wie vereinbart, an ihn weitergeleitet habe, gab das ziemlich viel Ärger. Auf Briefe antwortetete er auch nicht mehr, ohne dass mir bekannt ist, weshalb. Als ich die Schuldenberatung darauf ansprach und um einen neuen Schuldenberater bat (der Umgangston war davor streckenweise schon jenseits üblicher Umgangsformen), wurde mir mitgeteilt, dass das unmöglich sei. Die Einrichtung verfügt jedoch insgesamt über zehn Mitarbeiter. Also habe ich angefangen, mir eine neue Schuldenberatung zu suchen und schon bei der Vorberatung festgestellt, dass ich auch noch falsch beraten wurde: mir wurde mitgeteilt, dass bei einer Privatinsolvenz eine Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit vollkommen ausgeschlossen wäre. Jetzt habe ich gelernt, dass es zwar nicht einfach aber durchaus möglich sei. Ich fühle mich ziemlich verprellt (dazu muss ich sagen, dass staatliche Anerkennung in diesem Fall bedeutet, dass die Kosten sogar von der Stadt Hamburg übernommen wurden, weshalb ich naiv Seriosität und Fachwissen vorausgesetzt habe).Und nun zu meinen beiden Fragen:

1) Worauf muss ich achten, um sicherzustellen, dass ich eine seriöse Schuldenberatung gerate, die weiß was sie tut?

2) ich finde das Verhalten meiner alten Schulden Beratung unmöglich, insbesondere da sie aus Steuergeldern finanziert wird. In Bezug auf die Fehlberatung (Privatinsolvenz-Existenzgründung) gab es nicht mal eine Entschuldigung. Gibt es einen Zentralverband oder Ähnliches, wo ich mich beschweren kann? Oder eine andere Möglichkeit, andere Betroffene zu warnen? Das Erschreckende ist meiner Meinung nach nicht die Falschberatung oder die fehlende Fachkenntnis des Beraters als Einzelperson (sowas kommt leider eben), sondern das völlige Desinteresse einer aus Steuergeldern finanzierten staatlich anerkannte Beratungsstelle an dem unprofessionellen Verhalten und der sachlichen Falschberatung Betroffener durch die Mitarbeiter.

Anmerkung des Verein für Existenzsicherung e.V.

Leider handelt es sich bei diesem Fall nicht um einen Einzelfall. Wir erhalten immer wieder Informationen, in denen Schuldner gerade von staatlich anerkannten Schuldnerberatungsstellen falsch und/oder ungenügend beraten wurden. Eine staatliche Anerkennung garantiert leider keine fachlich qualifizierte Ausbildung. Wir können nur jedem Schuldner raten, sich von seinem Berater einen Ausbildungsnachweis zeigen zu lassen. Wenn dieser keinen vorlegen kann, empfehlen wir Ihnen, umgehend die Schuldnerberatungsstelle zu verlassen.

Bei Schuldenberatern, die einen Zertifikatslehrgang bei der IHK durchgeführt haben und das Siegel Schuldenberatung (IHK) besitzen, kann man davon ausgehen, dass diese eine qualifizierte Ausbildung haben.

Vier Mitarbeiter des Vereins für Existenzsicherung e.V. besitzen das Zertifikat Schuldenberatung (IHK). Dadurch ist eine qualifizierte Ausbildung nachgewiesen.

Falls Verbraucher falsch beraten werden, empfiehlt es sich, sich bei der Stelle zu beschweren, die die Zulassung erteilt hat.

Die Mitarbeiter des Vereins für Existenzsicherung e.V. beraten – ggf. zusammen bzw. im Kooperationsverhältnis mit einem Rechtsanwalt – nicht nur Verbraucher bei finanziellen Problemen sondern auch Einzelfirmen und Kapitalgesellschaften.

Die Erstberatung ist für jeden kostenlos, kurzfristige Termine nach Vereinbarung.

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