Update zum Stand des Verfahrens gegen die Schufa

Viele Rechtsschutzversicherungen haben die Deckungszusage mit dem Verweis auf die AGB abgelehnt, da dort aufgeführt ist, dass Verfahren in Verbindung mit einer Insolvenz nicht übernommen werden.

Unsere Rechtsanwälte sind aber der Auffassung, dass das Verfahren mit der Schufa nichts mit der Insolvenz zu tun hat, sondern dass die Rechtsschutzversicherungen Deckungszusagen erteilen müssten. Nachdem mit mehreren Deckungsklagen gedroht wurde, haben einige Rechtsschutzversicherungen Deckungszusagen gegen die Schufa erteilt, so dass jetzt mit den Klagen begonnen werden kann.

 

Nachdem ich ausführlich über meinen Fall mit der Verschlechterung meines Scorewertes von 97,08 % auf 91,9 % berichtet habe, habe ich folgendes Mail von der Schufa erhalten:

„Unter den von der SCHUFA gespeicherten und verarbeiteten Informationen findet sich erkennbar keine, auf die Sie Ihren Vorwurf stützen könnten. Der von Ihnen geäußerte Vorwurf ist also eine substanzlose und haltlose Behauptung. In Ihrer Eigenschaft als Journalist sollten Sie wissen, dass die Verbreitung von objektiv haltlosen und zugleich diffamierenden Behauptungen unzulässig ist. 

Der guten Ordnung halber weisen wir Sie darauf hin, dass wir eine Fortsetzung der Verbreitung des von Ihnen in die Welt gesetzten Vorwurfes – und zwar unabhängig von der gewählten Form, d.h. ob als Frage, Vermutung oder Behauptung – als vorsätzliche Verleumdung verstehen. Wir fordern Sie hiermit auf, die entsprechenden Textstellen auf Ihrer Webseite zu bereinigen und eine Wiederholung bzw. weitere Verbreitung zu unterlassen. Dafür setzen wir Ihnen eine Frist bis zum 16.12.2019. Andernfalls behalten wir uns juristische Schritte vor.

Für die Veränderung von Scorewerten gibt es unterschiedliche Gründe, über die wir Sie bereits in Kenntnis gesetzt hatten. Wie Sie dem vorherigen Schreiben unseres Verbraucherservice entnehmen konnten, ist ein Scorewert ein Wahrscheinlichkeitswert, der für einen bestimmten Zeitraum im Voraus berechnet wird. Diesbezüglich ist wichtig zu wissen, dass bei allen Menschen, die am Geschäftsleben teilnehmen, sich ständig etwas an ihren Geschäftsbeziehungen ändert. Beispielsweise werden Kredite getilgt, neue Mobilfunkverträge geschlossen oder auch offene Forderungen beglichen. Änderungen bei den Scorewerten ergeben sich also z. B. aus den eben genannten Aspekten, aber auch weiteren Faktoren, wie etwa der Länge einer Geschäftsbeziehung. Diese neuen Erkenntnisse berücksichtigt die SCHUFA in den Berechnungen, sodass Änderungen dieser Wahrscheinlichkeitswerte ganz natürlich sind.

Bei der Berechnung von Scores ist außerdem wichtig zu wissen, dass die einzelnen Informationen, die wir für die Berechnung nutzen, voneinander abhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Die Gewichtung von Informationen kann etwa, wie bereits beschrieben, beispielsweise von der Länge einer Geschäftsbeziehung beeinflusst werden. So deutet eine längere Geschäftsbeziehung darauf hin, dass der Vertragspartner verlässlich ist.

Hinzu kommt: Wir überprüfen beständig, wie aussagekräftig und zuverlässig unsere Scoreverfahren sind. Bei Bedarf nehmen wir Anpassungen vor. Auch aus diesem Grund kann sich ein Score verändern.

Unsere Scoreverfahren und deren Ergebnisse lassen wir zudem von externen Stellen regelmäßig untersuchen. Das ist auch in unserem eigenen Interesse, denn nur mit aussagekräftigen Scoreverfahren können wir unsere Vertragspartner, aber auch Kreditsuchende beim Abschluss von Verträgen zuverlässig unterstützen.

Angaben dazu, welche Daten bzw. Einzelinformationen mit welcher Gewichtung in diese Berechnung einfließen, können wir leider nicht machen. Wir würden damit unsere Erfahrungen und unser Wissen gegenüber den Marktwettbewerbern offenlegen und ebenso das Tor für Manipulation von Scorewerten öffnen.

Wir sind zu einer Offenlegung unserer Berechnungsmethoden nicht verpflichtet, da unsere Berechnungsmethoden unter das Betriebs- und Geschäftsgeheimnis fallen (vgl. BGH, Urteil vom 28.01.2014 (Az. VI ZR 156/13).“

Nachdem die Schfa bis heute für den Absturz meines Scorewertes keinen einzigen vernünftigen Grund geliefert hat, werde ich den Bericht nicht entfernen. Ich bin mal gespannt, wie die Schufa den Sachverhalt einem Richter schildert. Mit den o, g. Argumenten wird sicherlich kein Richter zufrieden sein.

Interessaaanter Weise ist mein Scorewert am 01.01.2020 wieder auf 93,44 % gestiegen, obwohl sich wieder nichts geändert hat. Der Scorewert bleibt eine dubiose Angelegenheit.

 

 

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