VfE-Schuldnerberatung informiert: Änderung des Restschuldbefreiungsverfahrens geplant

Was bedeutet das für die Schuldner?

  • Die Dauer der Restschuldbefreiung verkürzt sich auf 3 Jahre, wenn 25 % der Forderungen und die Verfahrenskosten gedeckt sind.
  • Die Dauer der Restschuldbefreiung verkürzt sich auf 5 Jahre, wenn nur die Verfahrenskosten gedeckt sind.
  • Wenn den Gläubigern weniger als 5 % der Forderungshöhe angeboten werden kann, oder mehr als 20 Gläubiger vorhanden sind, kann auf den außergerichtlichen Einigungsversuch verzichtet werden.

Welche Auswirkungen ergibt dies bei der Finanzierung von Steuersparmodellen?

Ein Beispiel:

Einem unserer Mandanten wurde ein Steuersparmodell in Leipzig zu einem Betrag von 100.000,– € finanziert. Der Ertragswert zum Kaufzeitpunkt lag bei ca. 50.000,– €. Der heutige Verkaufspreis liegt bei ca. 40.000,– €.  Somit verbleibt eine Restforderung nach Verkauf der Immobilie von  60.000,– €. Der Mandant hat ein pfändbares Einkommen von mtl. 525,78 €.

Altes Insolvenzrecht:
525,78 € x 72 Monate ergibt einen Betrag von 37.856,16 €, den die Bank erhalten könnte. Davon werden aber noch die Kosten des Verfahrens abgezogen. Der Restbetrag wird dem Gläubiger erlassen.

Neues Insolvenzrecht:
60.000,– € x 25 % ergibt den Betrag von 15.000,– € zuzüglich der Verfahrenskosten.
525,78 € x 36 Monate ergibt einen Betrag von 18.928,08 €. Der Restbetrag wird erlassen.

Dadurch erhöht sich der Verlust der Bank um weitere ca. 20.000,– €.

Auf Grund dieser Tatsache kann man die betroffenen Steuersparmodellerwerbern, wirtschaftliche Verhandlungen mit den Banken empfehlen, damit diese die Schrottimmobilien endlich loswerden und die Banken auf dem, von diesen selbst wissentlich verursachten, Schaden sitzen zu lassen.

Hoffentlich lernen die Banken daraus und finanzieren in Zukunft keine Schrottimmobilien mehr.

Gerne prüfen wir Ihren Fall.
 

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