Von Banken und raffgierigen Rechtsanwälten in den Tod getrieben

Mit vier Fondsanteilen eines WGS-Fonds, die ihr vom smarten Vermittler Ende 1993 zu Steuersparzwecken aufgeschwatzt wurden, fing die ganze Tragödie an: Susi S. (Name von der Redaktion geändert) begab sich zum Rechtsanwalt, um die im Laufe der Jahre immer geringer werdenden Ausschüttungen von einem angeblich spezialisierten Fachanwalt für Kapitalanlagerecht rechtlich prüfen zu lassen. Der Rechtsanwalt riet seiner Mandantin, sofort die Zins- und Tilgungszahlungen einzustellen, um auf diese Weise „Druck“ auf die Volksbank in Baden-Württemberg auszuüben. Das geschah im Jahre 1998 und die Kreditnehmerin wähnte sich in gutem Glauben, dass ihr Rechtsanwalt sich in seinem Fach auskenne und hoffte seither, dass sie so gegen die Bank eine Chance auf Rückabwicklung hätte. Dies bekräftigte der Rechtsanwalt in dem uns vorliegenden Schriftwechsel ständig und betonte in etlichen Telefonaten, dass Frau S. bald schon gegen die Bank obsiegen würde.

Vom selben Vermittler bekam Frau S. in 1995 gleich noch eine weitere „Steuersparimmobilie“ verkauft, da dieser sich mit seinen anfänglich auch noch zutreffenden Prognosen über die steuerlichen Vorteile das Vertrauen von Frau S. erschlichen hatte. Arglos unterzeichnete sie eine Treuhandvollmacht, woraufhin der gerissene Vermittler alles besorgte, vom Notartermin bis zum Abschluss der Darlehensverträgen bei einer deutschen Grossbank.

Als nach zwei Jahren die Mieten dann immer häufiger ausblieben, was Frau S. ebenfalls erhebliche Schwierigkeiten bescherte, riet auch hier der Rechtsanwalt zur sofortigen Zahlungseinstellung. Die Kreditnehmerin folgte auch hier dem Rat ihres angeblichen Fachanwaltes und bediente ab dem 1. November 1998 keines der beiden Darlehen mehr.

Es kam, wie es kommen musste und beide Banken leiteten persönliche Zwangsmassnahmen gegen Frau S. ein, pfändeten Ihr Arbeitseinkommen, schickten Gerichtsvollzieher und liessen sie mehrfach die eidesstattliche Versicherung abgeben.

Als im März 2002 die Gesamtschulden bei Banken, Freunden und Familienmitgliedern auf stolze 290.637,01 € angewachsen waren, meldete sich Frau S. bei uns und wurde Mitglied im VfE. Die „Steuersparimmobilie“ wurde im gleichen Monat für geradezu lächerliche 38.000,00 € versteigert! Bei der Restschuldverhandlung im Juni 2002 mit der finanzierenden Bank gelang es schliesslich, die Forderung auf 30.000,00 € zu drücken.
Eine Woche nach dem Schulderlass in dieser immensen Höhe hat sich Frau S. dann leider das Leben genommen…

Frau S. war Bankangestellte aus Hessen und hatte sich durch ihren tragischen Selbstmord mit 42 Jahren völlig unerklärlich wegen der dann vergleichsweise noch geringen Restschulden um ihr sicherlich lebenswertes Dasein gebracht.

Hätte sich Frau S. an fachlich kompetente Spezialisten statt an einen völlig unfähigen Rechtsanwalt gewandt, wäre Frau S. jetzt noch am Leben!

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