Beurkundungen wie am Fließband
In Grauer Kapitalmarkt vom 22.11.2011
Wenn pure Gier Notare blind macht...
Der kleine, jedoch wesentliche Unterschied aber ist darin zu sehen, dass sich die Auswirkungen charakterlicher und sonstiger menschlicher Schwächen bei Notaren existenzbedrohend auswirken können, während sie bei "Otto Normalverbraucher" im allgemeinen lediglich zu Enttäuschungen und Frustrationen führen.
Es liegt uns fern, einen ganzen Berufsstand zu schelten, nur weil eine Handvoll "schwarzer Schafe" krampfhaft bemüht sind, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen oder ganz schnell reich zu werden. Dass sie vor Gier manchmal auch vor ganz außergerwöhnlichen Methoden nicht zurückschrecken oder beide Augen fest zudrücken, dabei hoffend, dass es keinem auffallen wird und dass sie es, wenn es doch herauskommt, als "Schlamperei" oder "Flüchtigkeitsfehler" abtun können, ist allerdings überaus bedenklich.
Bislang konnten die Ertappten auf eine gewisse Milde vor Gericht hoffen. Aber mit der Nachsicht von Justitia wird es vorbei sein, wenn die "Dame mit verbundenen Augen" erkennt, dass manche "Fließband-Beurkunder" kräftig dazu beitragen, andere ins wirtschaftliche Aus zu befördern. Nicht zu Unrecht werden diese Notare auch "Mitternachtsnotare" genannt. Beurkundung zu jeder Tages- und Nachtzeit.
Nachsicht haben diese Notare nicht verdient. Warum aber werden sie nicht für den Ruin von Familien zur Rechenschaft gezogen?
Die Antwort ist einfach. Noch immer stehen Gesetzgeber (Politik) und Gerichte mehr auf der Seite der einflussreichen Banken als auf der Seite der Geschädigten.
Ihr
Johann Tillich, VfE-Präsident









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