Private Schuldnerberater unseriös?

Sicher, und das ist unbestritten, gibt es unter der Vielzahl von Anbieter schwarze Schafe, doch, so wie es von den Verbraucherzentralen gerne dargestellt wird, ist es nicht. Schauen wir doch einfach mal hinter die Kulissen!!

Verbraucherzentrale

Hier wird mit einer kostenlosen Beratung und Abwicklung einer Insolvenz geworben, doch wie finanzieren sich dann Verbraucherzentralen, Caritas und Co.?
Die öffentlichen Schuldnerberatungsstellen werden durch den Steuerzahler bezahlt. Allein der Wetteraukreis, ein ländlicher Raum bei Frankfurt am Main, mit rd. 300.000 Einwohnern unterstützt die Diakonie und Caritas (nur zwei Verbände) mit 407.000,- € im Jahr. Zusätzlich werden aus der Staatskasse für jeden Insolvenzfall bis zu 2.000,- € beglichen.

Darüber hinaus muss der Verbraucher für eine telefonische Beratung je nach Region zwischen 0,14 € (Bayern, Hessen) und 1,86 € (Berlin) pro Minute bezahlen. Für eine persönliche Schuldnerberatung werden Gebühren zwischen 5,- und 50,- € fällig. Selbstverständlich wird jede Kopie mit weiteren 0,14 € berechnet. Möchte der Schuldner Beratungen zur Altersvorsorge, Baufinanzierung oder Versicherung, so muss er für jedes Thema ca. 120,- € für 1,5 Stunden auf den Tisch legen.

Rechnet der Schuldner nun noch die lange Wartezeit von ca. 6 Monaten hinzu, so ist er spätestens dann ein Insolvenzfall, wenn er bei den öffentlichen Schuldnerberatung an der Reihe ist. Denn Gläubiger können und wollen nicht so lange warten.
Über mangelnde Kreativität an Geld zu kommen, darf man sich folglich auch bei den öffentlichen Stellen nicht beklagen.

Schuldenberatungsverein VfE (Verein für Existenzsicherung e.V.)

Der Verein wirbt mit einer kostenlosen Erstberatung und einer schnellen Abwicklung. Finanziert wird er über Beitragszahlungen der Mitglieder. Der Jahresbeitrag (genaue Angaben unter www.vfe.de) beträgt 160,- € für Mitglieder die gerade bearbeitet werden, für Sozialfälle 80,- € und für abgeschlossene Fälle kann ein Förderbeitrag von 50,- € im Jahr bezahlt werden. Hier steht dem Vereinsmitglied eine kostenlose Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt und zahlreiche Hilfestellungen zur Verfügung.

Jeder Insolvenzfall wird über einen Beratungshilfeschein abgerechnet, der dem Steuerzahler je nach Anzahl der Gläubiger, zwischen 244,- € und 580,- € kostet. Dies ist für den Steuerzahler und für den Schuldner der weitaus günstigere Weg, weil er hier binnen 10 Tagen einen Beratungstermin erhält und seine Angelegenheit schnell bearbeitet wird.

Leider werden Beratungshilfescheine, die nach §1 Nr. 2 BerHG * jedem zustehen, der die Bedingungen erfüllt, nicht immer erteilt. Jedoch, seitdem die Presse neuerdings über die staatlichen Kosten aufklärt, sind einige Amtsgerichte bereitwilliger geworden.

Fazit

Unter den privaten Schuldnerberatungsstellen mag es, wie bereits erwähnt, schwarze Schafe geben, doch bei Überprüfung beider Stellen ist festzuhalten, dass der private Schuldnerberater, wie im Fall des VfEs, günstiger und schneller ist.

Die von der Verbraucherzentrale veröffentlichte Checkliste für seriöse Schuldnerberatung ist mit den 10 Punkten so umfangreich gehalten, dass selbst die Verbraucherzentralen bei genauer Betrachtung der Checkliste nicht standhalten können.

Checkliste:

1) Angebote mit auffälliger Werbung die kalte Schulter zeigen
2) Kein Duo von Berater und Anwalt
3) Vorsicht bei Hausbesuchen!
4) Kosten-Check beim ersten Termin
5) Vertragsunterschrift nur nach sorgfältiger Prüfung
6) Keine weiteren Verträge
7) Hände weg von „Schuldenverwaltungs-“ oder „Vermögensverwaltungsverträgen
8) Vertraglich zugesicherte Leistungen prüfen
9) Nachweis der Anerkennung
10) Vorabinformation über den Anbieter

In den Punkten 3, 4, 5, 9 und 10 haben wir festgestellt, dass die Verbraucherzentralen ebenfalls schlecht abschneiden. Weil:
zu 3: bieten selbst Hausbesuche an
zu 4: Kostencheck ist nicht immer dabei
zu 5: Bei Kosten von bis zu 50,- € pro Beratung unterschreibt jeder sofort
zu 9: Die Ausbildung des Beraters ist nicht nachzuvollziehen
zu 10: Die Vorabinformationen zu den Verbraucherstellen ist sehr mager

* (1) Hilfe für die Wahrnehmung von Rechten außerhalb eines gerichtlichen Verfahrens und im obligatorischen Güteverfahren nach § 15a des Gesetzes betreffend die Einführung der Zivilprozessordnung (Beratungshilfe) wird auf Antrag gewährt, wenn

1. der Rechtsuchende die erforderlichen Mittel nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht aufbringen kann,

2. nicht andere Möglichkeiten für eine Hilfe zur Verfügung stehen, deren Inanspruchnahme dem Rechtsuchenden zuzumuten ist,

3. die Wahrnehmung der Rechte nicht mutwillig ist.
(2) Die Voraussetzungen des Absatzes 1 Nr. 1 sind gegeben, wenn dem Rechtsuchenden Prozesskostenhilfe nach den Vorschriften der Zivilprozessordnung ohne einen eigenen Beitrag zu den Kosten zu gewähren wäre.

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