Risikojob: Verwaltungsbeirat?

Die erste Frage, die sich stellt, ist: Hat der Verwaltungsbeirat einen Vergütungsanspruch? Gleich im Anschluß folgt die Überlegung: Haftet der Verwaltungsbeirat für sein Tun oder nicht?

Aus der ehrenamtlichen Tätigkeit des Verwaltungsbeirates ergibt sich, daß grundsätzlich kein Vergütungsanspruch besteht. Darüber hinaus ergibt sich jedoch der Aspekt des Aufwendungsersatzes. Unter heutigen Gesichtspunkten ergibt sich aus den schwierigen Rechtsbeziehungen in einer Eigentümergemeinschaft, daß sich Beiräte schulen lassen sollten und auch Literatur zur Fortbildung erhalten sollten. Die hieraus entstehenden Aufwendungen wären damit zur Erledigung seiner Aufgaben notwendig und gemäß den Ausführungen in § 670 BGB dem Verwaltungsbeirat zu ersetzen.

Die Kosten werden über den Verwalter erstattet und über die Gemeinschaftskasse der betreffenden Eigentümergemeinschaft abgerechnet. Diese Rechtsauffassung wurde bereits im Jahr 1983 durch das bayerische Oberlandesgericht gefestigt. Die vorliegende Literatur schließt sich bis zum heutigen Tag dieser Auffassung an. Im Einzelfall ist jedoch zu beurteilen, inwieweit sich diese Kosten im Laufe des Jahres aufaddieren und im Verhältnis zur Größe der Wohnanlage und zum gesamten Verwaltungsumfang stehen.

Verwaltungsbeiräte sollen nach den einschlägigen Vorschriften des Wohnungseigentumsgesetzes die Verwaltung unterstützen. Diese Unterstützung wird durch einzelne Aufträge der Eigentümergemeinschaft an den Verwaltungsbeirat oft in ein aktives Handeln erweitert. Damit stellt sich die Frage wer für die aus der Tätigkeit des Beirats unter Umständen entstehenden Schäden haftet? Ist jedes Verschulden dem Verwaltungsbeirat aus seiner ehrenamtlichen Tätigkeit persönlich vorzuwerfen? Für vorsätzliches und grobfahrlässiges Handeln ist hier die Haftungsfrage unproblematisch. In jedem Fall sind die Verwaltungsbeiräte dann schadensersatzpflichtig. Aber auch leichte Fahrlässigkeit kann zu Schäden führen. Die neuere Rechtsprechung bestätigt dies. In der Fachliteratur werden hier unterschiedliche Meinungen vertreten. Ein gewisses Risiko trägt der Verwaltungsbeirat aufgrund derzeitiger Erkenntnisse in jedem Fall.

Es ist hier zu empfehlen, auch im Hinblick auf das Zusammenleben
in einer Eigentümergemeinschaft, dieses Haftungsrisiko möglichst auszuschließen bzw. einen hieraus entstehenden Schadensersatzanspruch auch für die Eigentümergemeinschaft in sinnvoller Weise abzusichern. Die Eigentümergemeinschaft kann selbstverständlich durch Beschlußfassung den Verwaltungsbeirat zumindest von seiner Haftung für leichte Fahrlässigkteit befreien. Das Risiko trägt aber dann in vollem Umfang die Eigentümergemeinschaft. Der Verwalter kann sich gegen derartige Risiken durch Abschluß einer Vermögensschadenshaftpflichtversicherung absichern.

Die gleiche Vorgehensweise kann für den Verwaltungsbeirat empfohlen werden. Gegen ralativ geringe Versicherungsbeträge kann der gesamte Verwaltungsbeirat einer Wohnungseigentümergemeinschaft für derartige Schadensfälle ebenfalls eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung abschließen. Die Eigentümergemeinschaft sollte die Versicherungsprämie aufgrund der ehrenamtlichen Tätigkeit der Beiratsmitglieder übernehmen.

Beispielhafter Kostensatz:
€ 150,00 bei einer Eigentümergemeinschaft mit drei Verwaltungsbeiräten und einem Versicherungsschutz in Höhe von € 50.000,–.

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