Verein für Existenzsicherung e.V. stellt Strafanzeige gegen die ING-DiBa

Bei der Prüfung der Darlehensverträge mussten wir feststellen, dass diese Darlehen offiziell an Eigennutzer ausgegeben wurden. Jedoch wurden alle diese Wohnungen von den Vermittlern als vermietete Kapitalanlage vermittelt. In mehreren Fällen wurden sogar Wohnungen als eigengenutzt finanziert, bei denen laut Prospekt eine Mietpreisbindung bis teilweise 2033 bestand. Dies bedeutet das die Erwerber die Wohnungen gar nicht selbst nutzen konnten. Interessanterweise wurden die Darlehensnehmer teilweise auch 4-5 Jahre später immer noch unter der alten Adresse angeschrieben und die Post ging nicht an die eigengenutzte neue Immobilie.

Von Seiten der ING-DiBa wird dies so dargestellt, dass alle diese Darlehensnehmer falsche Angaben gemacht hätten. Diese Aussage ist jedoch nicht nachvollziehbar, da dies nach den vorliegenden Unterlagen mehrere hunderte Darlehensnehmer betrifft und diese Finanzierungen bundesweit von verschiedenen Vermittlern eingereicht wurden. Bei einer genauen Prüfung der Unterlagen hätte der ING-DiBa auffallen müssen dass diese Immobilien keinesfalls eigengenutzt sind sondern als Kapitalanlagen verkauft wurden.

Hier hat es eher den Anschein, dass die ING-DiBa diese Finanzierungen bewusst angenommen hat. Hintergrund scheint zu sein, dass die ING-DiBa gemäß den eigenen Beleihungsrichtlinien Steuersparmodelle oder vermietete Wohnungen nur bis zum zehnfachen der Jahresnettokaltmiete finanzieren darf. Ein Beispiel: bei einer Wohnung in Ingolstadt, Gagernstraße betrug die Kaltmiete 436,08 Euro. Dies bedeutet bei der zehnfachen Jahres Nettokaltmiete hätte eine Darlehenssumme von 52.329,60 Euro finanziert werden dürfen. Tatsächlich finanzierte die ING-DiBa 159.000 Euro. Diese Differenzen ergaben sich in allen uns vorliegenden Fällen.

Hätte die ING-DiBa die Beleihungsprüfung sorgfältig, wie in ihren Richtlinien genannt, durchgeführt, hätte keine dieser Wohnungen finanziert werden dürfen. Alle diese Wohnungen wurden von den Vermittlern weit über den tatsächlichen Wert an die Kapitalanleger vermittelt und die Vermittler kümmerten sich auch um die Einreichung der Unterlagen bei der ING-DiBa.

Der Verein für Existenzsicherung e.V. ist seit Jahren bemüht, wirtschaftliche Lösungen für die Mitglieder mit den Banken zu erzielen. Bei vielen Banken ist dies auch gelungen. Trotz Gesprächen mit der ING-DiBa kommt es immer wieder vor, dass Kreditkündigungen in die SCHUFA eingetragen werden, Gerichtsvollzieher vor der Tür stehen, Zwangsmaßnahmen durchgeführt werden oder auch Gehaltspfändungen vorgenommen werden. Die ING-DiBa ist nicht bereit, für die von ihr weit über den tatsächlichen Wert finanzierten Immobilien, mit den Kunden eine vernünftige Lösung zu vereinbaren. Es bleibt festzustellen dass der Ruin der Kunden durch die Vergabe dieser hohen Kredite durch die ING-DiBa mitverursacht wurde.

Nachdem die ING-DiBa zu keinerlei vernünftigen Lösungen bereit war, was auch durch unsere Rechtsanwälte bestätigt wurde, wurde durch den Verein für Existenzsicherung e.V. eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen die ING-DiBa und alle an diesem Geschäft beteiligten Personen wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs eingereicht. Aufgrund der vorliegenden Unterlagen muss dieser Vorgang strafrechtlich geprüft werden.

Außerdem haben wir den Vorgang auch an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Prüfung geschickt.

Es wird Zeit, dass die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Banken, Vermittler, Bauträger, Notare und alle Personen, die an den vermittelten Steuersparmodellen beteiligt waren, aufgenommen werden und dieser Immobilienbetrug mit Schrottimmobilien endlich verhindert wird.

Auch gegen andere Banken, die an der Finanzierung von Steuersparmodellen beteiligt waren, liegen uns Unterlagen vor, die ebenfalls eine Strafanzeige rechtfertigen. Unser Ziel ist jedoch eine vernünftige Lösung für die geschädigten Kapitalanleger. Wir erwarten von diesen Banken, dass diese zu ihrer Verantwortung als namhafte Bank stehen und den Kapitalanlegern entgegenkommen und diese nicht in den Ruin treiben.

Sollten Sie ebenfalls eine Schrottimmobilie durch die ING-DiBa finanziert bekommen haben und sich an dieser Strafanzeige beteiligen wollen, senden Sie eine Mail, Brief oder Fax an den Verein für Existenzsicherung e.V. Wir werden Ihnen die entsprechenden Unterlagen zukommen lassen.

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