VfE Schuldnerberatung informiert: Vorsicht bei „steuersparendem Erwerbermodell“

In den verschiedensten Anzeigen werden die tollsten Immobilien zum „Steuern sparen“ angeboten. Mit der vielfach geförderten fixen Idee, sein Geld vor dem Finanzamt „in Sicherheit bringen“ zu müssen, fällt mancher sehr leicht auf die verlockenden Angebote herein. Die Verkäufer ködern den Anleger mit oft abenteuerlichen Rechenexempeln. Dabei wird übersehen, dass man sehr schnell sehr viel Geld verlieren kann, wenn man Verträge unterschreibt, ohne diese überprüfen oder nachrechnen zu lassen.

An folgendem Berechnungsbeispiel wird der Wert einer steuersparenden Immobilie erläutert. Dieses Beispiel basiert auf einem tatsächlichen Angebot.

Gesamtaufwand laut Vertrag 90.000 € 100,00 %
abzüglich Disagio 10,00 %
abzüglich Konzeption, Aufbereitung, Prospektgestaltung 2,78 %
abzüglich technische Baubetreuung 1,71 %
abzüglich Finanzierungsvermittlung 4,00 %
abzüglich Zinsgarantie 1,75 %
abzüglich Nebenkostengarantie 1,00 %
abzüglich Mietvermittlung 0,97 %
abzüglich Mietgarantie 0,88 %
abzüglich Steuerberatung 2,28 %
abzüglich Abwicklungsauftrag 2,28 %
abzüglich Bauzeitzinsen 3,50 %
abzüglich Notar, Grunderwerbsteuer und sonstiges 4,25 %
tatsächlicher Wert der Wohnung 64,60 %

Für ein Steuersparmodell wurden von einer Kundin 90.000,–€ bezahlt. Der reale Wert der Wohnung betrug laut der Berechnung nur 58.140,–€. Der Betrag von 31.860,–€ wurde somit ausschließlich für Nebenkosten bezahlt.

Rechnung mit Utopien
Um die überteuert erworbene Wohnung ohne Verlust verkaufen zu können, müsste diese eine Wertsteigerung von 31.860,–€ erzielen. Dies ist reine Utopie. Denn Wertsteigerungen in dieser Größenordnung sind bei solchen Wohnungen völlig ausgeschlossen.

An solchen Modellen verdient ganz sicher nicht der Käufer. Sie rechnen sich dagegen sehr gut für den Verkäufer, den Vermittler und letztlich auch für Banken, die diese Modelle bedenkenlos finanzieren. In jedem der bisher dem VfE vorgelegten Fälle hat der Käufer einer solchen Wohnung einen großen finanziellen Verlust erlitten. Das „Steuersparmodell“ wurde zum
„Existenzvernichtungsmodell“, da die Käufer zumeist aus Einkommensklassen kommen, in denen das Steueraufkommen viel zu gering und der wirtschaftliche Spielraum viel zu eng ist, um abenteuerliche Finanzierungen unbeschadet überstehen zu können. Die Folge war in den allermeisten Fällen die Zwangsversteigerung oder – im etwas günstigeren Fall – ein Notverkauf. Es versteht sich unter diesen Umständen von selbst, daß für die Geschädigten am Ende ein Berg von Schulden blieb.

Daher unser Rat: Bleiben Sie skeptisch!
• Lassen Sie sich bei allen Angeboten den echten Wert der Wohnung schriftlich bestätigen!
• Rufen Sie einen ortsansässigen Makler an und fragen Sie ihn nach dem tatsächlichen Wert der Wohnung!

Generell kann man davon ausgehen, daß ein Großteil der Erwerbermodelle nach dem oben dargestellten Muster aufgebaut sind. Lassen Sie auf alle Fälle die Finger davon, wenn Sie nicht ganz sicher sein können, daß die günstigen Angebote auch wirklich sauber und seriös sind.

Wenn Sie zweifeln, rufen Sie die VfE-Hotline an! Als VfE-Mitglied erhalten Sie nicht nur kostenlose Beratung, sondern auch Informationen über Firmen und Berater, die schon einmal wegen unseriösen Gebarens und unlauteren Methoden in Erscheinung getreten sind.

Angebote immer erst analysieren lassen! Mitglieder können die ihnen unterbreiteten Angebote von der VfE-Geschäftsstelle auf Seriösität überprüfen lassen. Damit stehen sie auf der sicheren Seite.

Bedenken Sie, daß viele „Steuerspar-Modell-Verkäufer“ auf einen schnellen Abschluß drängen und Ihre Unterschrift möglichst sofort haben wollen. Den besonders aufdringlichen Werber sollten Sie, falls er Ihnen keine Bedenkzeit einräumen will, kurzerhand an die frische Luft setzen!

Denn eine schnelle und unüberlegte Unterschrift in der Euphorie, Steuern sparen und Eigentum bilden zu können, ist vielleicht der entscheidende Schritt zum finanziellen Ruin!

Wenden Sie sich mit Ihren Fragen und Anliegen an unsere Geschäftsstelle, Hermann-Löns-Str. 14, 85757 Karlsfeld, Telefon 08131/93298, Fax 08131/506992, E-Mail: info@vfe.de. Hier werden Angebote neutral überprüft und Fehler oder bestehende Risiken aufgedeckt.

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