VKI gegen AWD: Klarstellung zu Umsatzzahlen Immobilienaktien

Der AWD hat dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) mitgeteilt, dass die vom

VKI getätigte Aussage, der AWD habe „über 50% des Umsatzes mit Immobilienaktien

gemacht“, unrichtig sei. Der VKI verweist auf folgende Fakten und bleibt beim Vorwurf an den AWD, konservative Anleger mit der Empfehlung zum Kauf von Immofinanz bzw.

Immoeast-Papieren systematisch falsch beraten zu haben.

► Zitat aus dem Jahresabschluss 2006 – Lagebericht AWD Österreich

„Der Boom der Immobilienbranche spiegelt sich auch im Produkt-Mix von AWD. Im Jahr

2006 kam es zu einer Verschiebung der Nachfrage von der klassischen und

fondsgebundenen Lebensversicherung zu den Produkten des Immobilienbereiches

und Investmentbereiches, wenngleich erstere nach wie vor den größten Anteil im

Produktportfolio einnehmen.“

► Zitat aus dem Jahresabschluss 2007 – Lagebericht AWD Österreich

„Das erste Halbjahr war durch die positive Situation an den Finanzmärkten und auch der für

AWD sehr wichtigen Wiener Börse geprägt. Sowohl die Immobilienaktien, getrieben durch

Kapitalerhöhungen (allen voran Immoeast), als auch das Investmentgeschäft gewannen im

Vergleich zum sehr starken Jahr 2006 nochmals an Bedeutung […] stieg der Anteil der

Sparten Immobilien und Investment auf über 50% des Gesamtgeschäftes von AWD

Österreich im ersten Halbjahr.“

► Zitat aus der Pressemitteilung der AWD Holding AG 24.3.2009

„In der Region Österreich und CEE gingen die Umsatzerlöse auf 114,5 Mio. Euro (- 30,8%)

zurück. Grund war insbesondere die Entwicklung in Österreich, wo die Vorjahre von der

Ausrichtung auf Aktien- und Immobilien basierte Produkte geprägt waren.“

Diese Fakten aus den AWD-Unterlagen zeigen deutlich: Die Vermittlung von

Immobilienaktien wurde – bis zum Kursabsturz ab Sommer 2007 – für die

Umsatzentwicklung des AWD ein immer gewichtigerer Faktor. Das hat der AWD auch in den

gerichtsanhängigen Sammelklagen des VKI (Sammelklage I datiert vom 30.6.2009) noch nie

konkret bestritten.

„Wir bleiben bei unserem zentralen Vorwurf an den AWD: Über Jahre wurden konservativen

Sparbuchsparern Immobilienaktien als so sicher wie ein Sparbuch empfohlen. Darauf war

die Beratung des AWD ausgerichtet“, sagt Dr. Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im

VKI.

Mit Top-Provisionen für Immobilienaktien (bis zu 3,4 Einheiten) wurden die Berater

angetrieben, diese Produkte massiv unter das Volk zu bringen. Dazu kamen aggressive

Motivationsmaßnahmen wie „Telefonwettbewerbe“ oder „Motivationsschreiben“, wie das

eines AWD-Direktors an seine Agenten (bezogen auf Immofinanz): „Ich flehe Sie an, geben

Sie diese Info jedem, den Sie kennen! So leicht und SICHER war es noch nie Geld

anzulegen!“

„AWD hat Immobilienaktien vertrieben wie warme Semmeln – das zeigen die Zahlen aus den

Jahresberichten und das zeigen bisher alle Berichte, die der VKI über die internen

Verhältnisse im AWD bekommen hat“, resümiert Dr. Kolba. „Es kommt uns in unserer

Argumentation nicht darauf an, ob der Umsatz von Immobilienaktien zuletzt über oder unter

50 Prozent lag. Das können wir von außen nicht überprüfen. Worauf es uns vielmehr

ankommt ist, zu zeigen, dass der AWD systematisch einfachen Sparern überproportional, in

irreführender Weise und objektiv falsch zur Veranlagung in Immobilienaktien geraten hat und

den Anlegern daher schadenersatzpflichtig ist.“

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