VW-Abgas Skandal – Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüche geltend machen

VW-Abgas-Skandal und mögliche Fahrverbote nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27.02.2018

Für die Besitzer der rund 15 Millionen Diesel-Pkw in Deutschland kam das Urteil wie ein Schock. Am Dienstag entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, dass Städte und Gemeinden selbstständig Diesel-Fahrverbote verhängen können.

Von einem nun möglichen Fahrverbot sind insbesondere diejenigen Betroffenen nicht ausgenommen, die sich bislang mit einem Software-Update des Volkswagenkonzerns zufrieden gegeben haben, da ein solches Update vor möglichen Fahrverboten nicht schützen wird.
Neben den Dieselfahrzeugen anderer Hersteller, die bislang nicht von dem „Dieselskandal“ betroffen sind, werden insbesondere die nachweislich manipulierten Fahrzeuge des Volkswagenkonzerns nahezu unverkäuflich werden bzw. zumindest erheblich an Wert verlieren.

Im Gegensatz zu den Haltern von Dieselfahrzeugen anderer Hersteller bietet sich nun den Käufern von betroffenen Dieselfahrzeugen des Volkswagenkonzerns die „einmalige“ Möglichkeit, sich von dem Fahrzeug nahezu ohne Wertverlust zu trennen.
In erster Linie kommen hier Gewährleistungs- und Schadenersatzansprüche in Betracht.

Zu beachten ist jedoch, dass solche Ansprüche mit Ablauf des 31.12.2018 verjähren!
Da ein Jahr bekanntlich „wie im Fluge“ vergeht, ist es für die Betroffenen demnach Zeit, alsbald zu handeln, so sie ein solches Fahrzeug „loswerden“ möchten.
Bei den möglichen Ansprüchen gegen den Händler oder Volkswagen direkt handelt es sich um die folgenden:

– Rückabwicklungs- oder Minderungsansprüche gegen VW
– Sachmangel-Haftung des Händlers
– Ansprüche wegen Betrugs oder sittenwidriger Schädigung (in erster Linie gegen VW direkt)

Kommt es im Ergebnis dazu, dass ein Kaufvertrag rückabgewickelt wird, ergeben sich die folgenden Werte, die einem Urteil des LG Bielefeld vom 16.10.2017, Az.: 6 O 149/16, entnommen sind:
Fahrzeug: VW Tiguan 2.0 TDI
Kaufpreis im Jahre 2012 EUR 38.902,00
Kilometer bei Kauf: 0
Kilometer aktuell: 53.519
demnach gefahrene Kilometer: 53.519
angenommene Gesamtlaufleistung: 250.000

Das LG Wuppertal wendet darauf eine gängige Formel für die Errechnung der in Abzug zu bringenden Nutzungsentschädigung an:
38.902 x 53.519/250.000 = 8.327,98
Von dem Kaufpreis in Höhe von € 38.902,00 ist somit eine Nutzungsentschädigung in Höhe von € 8.327,98 abzuziehen.

Es ergibt sich ein Zahlungsanspruch im Jahre 2017, mithin 5 Jahre nach dem Kauf in Höhe von € 30.574,02.
Ein solcher Preis dürfte sich für das Fahrzeug selbst ohne den Dieselskandal kaum erzielen lassen.

Schließlich ist unabhängig von Verjährungsfristen, dem Dieselskandal und dem Hersteller auf die mögliche
– Widerruflichkeit von Darlehen zur Finanzierung eines Autokaufs (egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen)
hinzuweisen. Ist die Belehrung in einem Darlehensvertrag fehlerhaft, führt der wirksame Widerruf einer auf den Abschluss des Darlehensvertrages gerichteten Willenserklärung dazu, dass das sog. Verbundgeschäft (der Händler hat sowohl das Auto verkauft als auch das zugehörige Darlehen vermittelt bei der VW-Bank, BMW-Bank, etc.) rückabzuwickeln ist. Dabei erhält der Käufer und Darlehensnehmer neben seinen gezahlten Raten einen etwaigen Eigenanteil zurück und gibt dem Händler das Fahrzeug abzüglich des Nutzungsersatzes zurück. Die Rechnung ist demnach ähnlich wie in dem soeben dargestellten Berechnungsbeispiel.

Um Ihre Ansprüche  prüfen zu lassen, senden Sie bitte den Fragebogen an uns zurück. Nach Prüfung des Fragebogens setzt sich ein Mitarbeiter mit Ihnen in Verbindung, um die benötigten  Unterlagen und die Vorgehensweise zu besprechen. Nutzen Sie die Zeit und lassen Ihre Ansprüche nicht verjähren.

Fragebogen Diesel-Abgasskandal

Fragebogen Diesel-Abgasskandal

 

Johann Tillich

Verein für Existenzsicheung e. V.

 

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