Zu Bruch mit Bruchteilseigentum

Da diese Art von Geschäftemachern jedoch nicht klein zu kriegen sind, fanden sie eine neue Vertriebsmethode und schufen das so genannte Bruchteilseigentum. Das bedeutet, dass durch eine Kaufpreisbeteiligung am gesamten Grundbuch-Gebäude oder Wohnung die Zuweisung eines bestimmten Anteils erreicht wird.

Davor warnt der VfE. e. V. jedoch heftig, denn dieser Weg führt zu Schuldnerkollektiven. Jeder schuldet dann gesamtschuldnerisch für das gesamte Kollektiv und für deren Schulden in jeder Höhe, denn es werden die Gesamtschulden in nur einem Grundbuch eingetragen. Zusätzlich haftet jeder für sich und für jeden Anteilseigner und für alle Abgaben, Lasten und Beschränkungen, die das Gebäude in seiner juristischen Gesamtheit hat.

Dazu nocheinmal im Klartext: Mit der Kaufpreisrate wird nur ein ideeller Anteil vom ganzen Grundbuch-Anwesen erworben, kein direkter eigengehörender Anteil, nämlich die Wohnung selbst. Es besteht nur ein Nutzungsrecht an der ausgewählten Wohnung, mehr nicht. Rein theoretisch ist dieser Anteil auch veräußerbar, praktisch geht es jedoch nicht.

Niemand wird in eine kollektive Gesamtschuld eingetreten, um auf einem „Pulverfass“ leben, dessen Lunte er unter Umständen selbst oder ein anderer Zahlungsunfähiger für alle ansteckt. Ein Einspruchsrecht gegen den Zwangsverkauf durch die Bank besteht nicht, wenn die Bank die Raten für den Gesamtkredit nicht erhält. Wie bereits gesagt, die Zahlungskräftigen müssten nicht nur für die ausbleibenden Ratenanteile der Säumigen, sondern auch für Steuern, Abgaben und Lasten aller Art aufkommen – andernfalls werden alle gemeinsam in die Obdachlosigkeit entlassen. Das wäre dann wieder einmal ein schöner Fall von so genannter Kollektivschuld. Das oben Gesagte trifft natürlich auch für geschenktes oder ererbtes Bruchteilseigentum zu, mit dem Unterschied, dass kein Kaufpreis anfällt. Obwohl man einen geschenkten Nutzungsrecht an einer Wohnung nicht in den Schornstein schaut, um einmal ein Sprichwort abzuwandeln, ist auch hier erst nach gründlicher Überlegung eine Entscheidung zu treffen. Die bereits beschriebenen restlichen Lasten fallen selbstverständlich auch in einem Schenkungsfall an und es ist zu überprüfen, ob sie wirklich tragbar sind. Auch hier gilt der Grundsatz: Ein bisschen Pleite ist auch Bankrott.

Warnung vor „Beratern „

Es ist Vorsicht geboten, den immer wieder wird im Verkaufsgespräch versucht, den Eindruck zu erwecken, dass es sich um eine Eigentumswohnung handelt, die alleiniges, frei verfügbares und persönlich belastbares Eigentum wird. Doch oft ist das gerade nicht der Fall. Diese Pseudo-Eigentümer sind das ideale Freiwild für Geschäftemacher jeder Art.

Wir weisen dringend daraufhin, dass sie keinesfalls sofort nach einem Verkaufsgespräch unter Zeitdruck irgendwelche Verträge unterschreiben. Sollte sogar mit dem guten Namen einer deutschen Bank geworden werden, die Kapitalanlage finanziert, sollten sie äußerst misstrauisch sein, denn mehrere 100.000 geschädigte Steuersparmodellerwerber sind bereits auf diesen Trick eingefallen.

Überlegen Sie sich die Kapitalanlage gut und bedenken sie den alten Spruch: “ Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer“. Lassen Sie alle Angebote von Finanzexperten prüfen, denn nirgendwo kann man schneller Geld verlieren als auf dem grauen Kapitalmarkt.

Die Spezialisten des VfE e. V. helfen Ihnen gerne weiter.

Share